Abgebrannter römischer Holzkeller in der Frölichstraße 17

Im Zuge der Neubebauung des Diakonissenkrankenhauses wurde im Herbst 2014 der letzte noch verbliebene Trakt des alten Krankenhauses abgebrochen. Darunter kamen unter anderem die Überreste des Kellers eines römischen Holzgebäudes zum Vorschein. Es hatten sich unter einer Brandschuttschicht verkohlte Holzbretter der Verschalung und des Fußbodens erhalten. Darunter zeichneten sich an den Kellerrändern die Standspuren der Pfosten mit ihren Pfostengruben ab. Der Keller hatte eine Seitenlänge von ca. 13 m. Eine flache Vertiefung an der Nordostseite lässt annehmen, dass sich hier wohl der Eingang befand. Es lässt sich ein Pfostenständerbau mit Halbkeller und zumindest in der Osthälfte einem Bretterboden, der auf Schwellbalken ruhte, rekonstruieren. In der Brandschicht lagen sehr viele geschmiedete Eisennägel, die wohl von der Dachkonstruktion stammen sowie ein eiserner Schildbuckel. Daran hing noch einer von einst drei Eisennägeln mit denen dieser am Holzschild befestigt war. Aufgrund der umgebogenen Nagelspitze lässt sich eine Schildstärke von ca. 2 cm ermitteln. Der Schild wurde vermutlich zu Reparaturzwecken im Keller aufbewahrt. Dieses römische Holzgebäude ist im letzten Drittel des zweiten Jahrhunderts n. Chr. im Zuge feindlicher Übergriffe zerstört und danach nicht wieder aufgebaut worden.

Augsburg, Frölichstraße 17. Baubegleitende Freilegung des römischen Holzkellers
Schildbuckel aus Eisen. Durchmesser 15,5 cm