Brecht und KonsortenOskar Maria Graf: „Wir sind Gefangene“ und „Weihnachten in New York“

Seine Werke wären es wegen ihrer politischen Ansichten durchaus wert gewesen, während der von den Nationalsozialisten in ganz Deutschland organisierten Bücherverbrennungen am 10. Mai 1933 ins Feuer geworfen zu werden. Doch Oskar Maria Grafs Bücher waren von den nationalsozialistischen Machthabern als Heimatliteratur missverstanden worden. Deshalb ließ er am 12. Mai 1933 in der Wiener „Arbeiter-Zeitung“ einen Aufruf mit dem Wortlaut veröffentlichen: „Verbrennt mich! Nach meinem ganzen Schreiben habe ich das Recht, zu verlangen, dass meine Bücher der reinen Flamme des Scheiterhaufens überantwortet werden und nicht in die blutigen Hände der braunen Mordbande gelangen.“ Oskar Maria Grafs autobiografischer Roman "Wir sind Gefangene" trägt den Untertitel "Ein Bekenntnis aus diesen Jahren". Er erschien 1927 und spannt mit geradezu bayerisch-barocker Sprachgewalt den Bogen aus Grafs Kindheit bis in die Tage der Münchener Räterepublik. Mit Stefan Schön.

Kosten: 5 Euro