Bronzezeitlicher Brunnen im Innovationspark

Südlich der Universität entsteht derzeit ein erweiterter Forschungscampus für neue Werkstoffe. Doch schon vor 3000 Jahren wurde an diesem Standort mit neuen Materialien experimentiert: Bei der archäologischen Untersuchung im Vorfeld eines Neubauvorhabens der Universität stießen die Archäologen auf einen 3 m tiefen Brunnen aus der Spätbronzezeit (ca. 1300 – 800 v. Chr.). Der 1,80 m x 1,20 m messende Schacht war mit vier großen Steinplatten ausgesteift. In der Bronzezeit stellte eigentlich Holz das bevorzugte Baumaterial für Gebäude und für Brunnenverschalungen dar, die in der Regel aus Bohlen in Blockbauweise ausgeführt wurden. Im Fall des neu entdeckten Brunnens scheint man die Vorzüge des plattenartig vorkommenden Kalktuffs erkannt zu haben. Dieser poröse, recht weiche und damit einfach zu bearbeitende Stein entsteht im Umfeld stark kalkhaltiger Quellen, die nächsten Vorkommen liegen in der Meringer Au und auf dem Lechfeld. Die bis zu 1,40 m langen, 1,20 m hohen und 20 – 40 cm dicken Platten wurden für den Brunnenbau nur sehr grob zugehauen. Der Transport und der Einbau der mehr als 200 kg schweren Elemente dürfte aber eine technische Herausforderung dargestellt haben. Der Durchbruch des neuen Werkstoffs erfolgte daher erst ein Jahrtausend später unter den Römern.

Zurück zur Übersicht

Bronzezeitlicher Brunnenschacht aus Kalktuffplatten
Brunnenschacht aus der Spätbronzezeit