Dreißigjähriger Krieg, ungarischer Aufstand und die Türken vor WienMusik und Texte im Zentrum politischer Spannungsfelder

Dass schwierige Zeiten durch hohe Kreativität und fruchtbare Schaffenskraft kompensiert werden können, ist hinreichend bekannt. Die Dezimierung der Bevölkerung während des Dreißigjährigen Krieges führte zur Entstehung kleiner und kleinster Kompositionsformen. Johann Jakob Froberger kondensierte angesichts von Unbill und Leid seinen Blick aufs Jenseits in einem Memento Mori Froberger für Cembalo, und Alessandro Poglietti verlor gar sein Leben in den Kämpfen um die Belagerung Wiens, nachdem er den ungarischen Aufstand von 1663-1671 musikalisch portraitierte. Zeitgleich konnten Künstler, die das Glück hatten, in Ländern und an Höfen zum Teil weit abseits der Kampfhandlungen angestellt zu sein, in Frieden und Freiheit leben. Das Ensemble Palestra Musica spürt mit süddeutsch-italienischer Musik den Wegen und Irrwegen der Regierenden vergangener Jahrhunderte auf musikalische Weise nach.

Palestra Musica: Hildegard Senninger (Barockvioline), Angelika Radowitz (Tenor- und Bassdulcian), Günter Holzhausen (Violone), Michael Eberth (Cembalo und Orgel), Peter Pius Irl (Sprecher). Im Felicitas-Saal.

Kosten: 24 Euro / 16 Euro erm., Reservierung: T (0821) 324–4176,