Gräber der Eisenzeit in Göggingen

Bei bauvorbereitenden Ausgrabungen im Gög­ginger Neubaugebiet südlich der Friedrich-Ebert-Straße konnte ein Gräberfeld der älteren Eisenzeit (ca. 750–600 v. Chr.) untersucht werden. Die Toten hatte man überwiegend eingeäschert und in Urnen aus Ton beigesetzt. Typisch für diese Zeit ist die Beigabe von weiteren Keramikgefäßen, die ursprünglich Getränke und Speisen enthielten. Mehrere Bestattungen wurden nicht verbrannt. Soweit aus ihnen datierbare Funde vorliegen, stammen sie aus jüngeren Epochen, wie der Frühlatènezeit (ca. 400 v. Chr.) oder gar der Spätantike (ca. 400 n. Chr.). Offenbar hatte man diese Toten ganz bewusst in der Nähe der viel älteren Gräber beigesetzt, woraus man schließen kann, dass diese oberirdisch noch zu erkennen waren. Spuren solcher Markierungen – zeittypisch wären aufgeschüttete Grabhügel – ließen sich bei der Gra­bung nicht mehr nachweisen. Eine dieser Nachbestattungen, ein Mann mittleren Alters, lag auf dem Bauch in einer derart verzerrten Haltung, dass seine Füße hinter dem Kopf zu liegen kamen. Wie und warum man den Toten in diese unnatürliche Position brachte, wird die wissenschaftliche Auswertung dieses ungewöhnlichen Befundes klären.

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