Horst Thürheimer

19.09.–03.11.2019 im H2 – Zentrum für Gegenwartskunst im Glaspalast

„Zerstörungsakte tun Bildern immer gut. Man versucht nämlich oft, Stellen zu erhalten, die als harmonisch empfunden werden, aber nicht eine Gesamtheit bilden, und da speziell ist es angebracht, der Vorstellung von Harmonie, die immer noch im Kopf herrscht, ein Ende zu bereiten und einfach mal wirklich einen kraftvollen Akt der Zerstörung im Bild zu setzen“ Horst Thürheimer

Für den Maler Horst Thürheimer ist Zerstörung im Bild nicht Destruktion, sondern ein künstlerischer Befreiungsakt. Das Zerschlagen traditioneller Vorstellungen von Ausgewogenheit ist für ihn eine Basis des freien künstlerischen Bildes, das er u.a. durch Verbrennen von Papier, durch das Attackieren der bereits bearbeiteten Malfläche und das bewusste Inkaufnehmen der Spuren dieser Arbeitsprozesse zu erreichen sucht. So sind Brandspuren für ihn etwa gleichberechtigte „Materialien“ im Bild neben dem klassischen Farbauftrag. Thürheimers Malerei ist gekennzeichnet von diesem Mix aus traditioneller Malerei und experimenteller Materialbehandlung. Die Ausstellung in den Kabinetträumen des H2 gibt Einblick in die besondere Arbeitsweise des Künstlers und stellt zugleich einen repräsentativen Querschnitt seines jüngeren Werkes vor.