Merkur-Bronzestatuette Jesuitengasse

Bei Ausgrabungen in der Jesuitengasse kamen unter Anderem Überreste römischer Fachwerkhäuser und teils mit Fußbodenheizung und Wandmalereien ausgestattete Steingebäude zum Vorschein. Hervorzuheben ist eine frührömische Opfergrube, verfüllt mit zahlreichen Tonscherben, darunter viele sog. terra sigillata Gefäße aus Südgallien mit Töpferstempel.
Als kleine Sensation ist der Fund einer Merkurstatuette zu bezeichnen. Sie ist 7,1 cm hoch und bis auf einen abgebrochenen Flügel am Hut (petasus) unversehrt. Sie gehört zum relativ weit verbreiteten Typus des bekleideten Merkur mit Reisemantel, geflügeltem Filzhut und Flügelschuhen. Er hält den Geldbeutel vorgestreckt, in der anderen Hand den Heroldstab (caduceus). Der wegen seiner Zuständigkeit für Gewinn und Wohlstand bei Händlern sehr beliebte Merkur ist in Augsburg die am häufigsten vorkommende Gottheit.
Die Statuette war wohl ursprünglich im Hausheiligtum eines wohlhaben den römischen Händlers aufgestellt. Sie befand sich vermutlich zuletzt als Rohmaterial im Besitz eines Metallhändlers, bevor sie endgültig in einer nachrömischen Schuttschicht landete.

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