Dominikanerkirche
Die Dominikanerkirche ist ein bedeutendes Zeugnis der Augsburger Stadt- und Kulturgeschichte. Bis 2012 beherbergte sie das Römische Museum. Aufgrund baulicher Mängel musste das Gebäude jedoch geschlossen werden. Jetzt wird das Baudenkmal behutsam saniert und zu einem multifunktionalen Ausstellungs- und Veranstaltungsraum entwickelt.
GESCHICHTE
Die Geschichte der Dominikanerkirche beginnt 1313, als das Gebäude des aufgehobenen Templerordens am Predigerberg vom Dominikanerorden übernommen wurde. Die Kirche, wie wir sie heute kennen, wurde 200 Jahre später in nur zwei Jahren auf den Grundmauern des Vorgängerbaus erbaut, von 1513 bis 1515. Dabei spielten die reichen Augsburger Familien eine zentrale Rolle, denn sie beteiligten sich maßgeblich an den Bau- und Ausstattungskosten. Einige von ihnen zeigten sich nicht nur äußerst spendabel, sie sicherten sich auch ihre Grablege in den Grüften. Aber nicht nur das städtische Patriziat ist im Kirchenraum verewigt: Zwischen 1518 und 1520 ließ Kaiser Maximilian I. vier Gedenksteine für sich und seine Familie in der Dominikanerkirche St. Magdalena anbringen. Sein barockes Gewand erhielt der Bau schließlich 1716 bis 1724. Prägend für den prächtigen Raumeindruck der doppelschiffigen Basilika sind die Stuckaturen der Brüder Feichtmayr und Fresken von Alois Mack.
Mit der Säkularisation zu Beginn des 19. Jahrhunderts kam das Aus für das Dominikanerkloster und die Kirche. Der Orden wurde 1803 aufgelöst, die Gebäude gingen 1807 in den Besitz des Königreichs Bayern über. Die außerordentlich kostbaren Kunstgegenstände der Ausstattung wurden verkauft und sind heute beispielsweise im Louvre oder dem Victoria & Albert Museum in London zu sehen. Die Kirche diente von da an profanen Zwecken – als Kaserne, Salpeter- und Schwefelmagazin ebenso wie als Lager für Stroh, Holz und Wein. Seit 1837 ist der Bau in städtischer Hand.
Ab 1966 beherbergte die Dominikanerkirche das Römische Museum, das 2012 aufgrund statischer Probleme schließen musste. In einer kleinen Highlight-Ausstellung sind besondere Funde nun im Römerlager im Zeughaus zu sehen. Seither wird das Kulturdenkmal saniert. Künftig wird es mit einem neuen Konzept als multifunktionaler Veranstaltungs- und Ausstellungsraum das Kulturleben in der Innenstadt bereichern.
Impressionen von der Wiedereröffnung am 6. und 7. Dezember 2025
Zu dem Anlass wurde von LAB BINÆR gemeinsam mit Kunsthistoriker:innen und dem Referat für Kultur, Welterbe und Sport eine ortsspezifische Videoinstallation entwickelt.
