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Aïcha Khorchid erhält den Zeitsicht Art Award 2026

Aïcha Khorchid erhält den Zeitsicht Art Award 2026

Die einstimmige Entscheidung fiel im Rahmen einer Jurysitzung Anfang April in der Kunsthalle Augsburg im Glaspalast. Die Jury würdigte insbesondere die außergewöhnliche künstlerische Eigenständigkeit, die emotionale Tiefe und die hohe zeitgenössische Relevanz im Werk von Aïcha Khorchid (geb. 1981 in Karachi, Pakistan), die heute auf der spanischen Insel Mallorca lebt und arbeitet. Ihr Werk ist zutiefst autobiografisch geprägt und kreist um Themen wie Erinnerung, Trauma, Identität und menschliche Beziehungen. Der Zeitsicht Art Award 2026 der Stadt Augsburg wird voraussichtlich im Mai 2027 im Rahmen einer Ausstellung mit Aïcha Khorchid in der Kunsthalle im Glaspalast offiziell verliehen. 

Das Werk von Aïcha Khorchid

Auf großformatigen Holztafeln entwickelt Aïcha Khorchid eine eindringliche Bildsprache, die oft als „naiv“ bezeichnet wird, jedoch durch ihre emotionale Intensität und kompositorische Kraft weit darüber hinaus-geht. Ihre Malerei speist sich aus einer komplexen Lebensgeschichte: Als Kind einer palästinensischen Mutter und eines libanesischen Vaters wuchs sie unter schwierigen Bedingungen in Frankreich auf, geprägt von Flucht, familiären Brüchen und Erfahrungen in Pflegefamilien.

Diese existenziellen Erfahrungen bilden den Kern ihres künstlerischen Ausdrucks. In ihren Arbeiten begegnen sich traumatische Erinnerungen – etwa Gewalt, Verlust und Einsamkeit – und imaginierte Gegen-welten von Hoffnung, Schönheit und Rückzug. Die Bilder zeichnen sich durch Monumentalität, starke Frontalität und eine radikale Reduktion auf wesentliche Formen aus.

Vergleichsweise spät wandte sich Khorchid der Malerei zu: Nach Tätigkeiten als Straßenkünstlerin, Tänzerin, Model und Unternehmerin begann sie im Jahr 2020 mit dem künstlerischen Schaffen. Seither hat sie sich rasch international etabliert. Ihre Werke wurden unter anderem in Ausstellungen in Berlin, Antwerpen und Prag gezeigt; 2024 waren sie erstmals in der Gruppenausstellung „The Beauty of Diversity“ in der Albertina Modern in Wien vertreten und wurden in die Sammlung aufgenommen. 

Das Preisgremium
Über die Vergabe des Preises entschied eine Fachjury aus renommierten Persönlichkeiten des internationalen Kunstbetriebs mit
Dr. Andreas Beitin, Direktor Kunstmuseum Wolfsburg
Dr. Eva Huttenlauch, Sammlungsleiterin und Kuratorin „Kunst nach 1945“, Städtische Galerie im Lenbachhaus, München
Karsten Löckemann M.A., Hauptkurator Sammlung Goetz, München
Dr. Simone Schimpf, Direktorin Neues Museum, Staatl. Museum für Kunst und Design, Nürnberg
Jan T. Wilms M.A., Direktor Kunsthalle Augsburg
Beratend und ohne Stimmrecht nahmen teil:
Jürgen K. Enninger, Referent für Kultur, Welterbe und Sport der Stadt Augsburg
Eberhard Hauser, hauserconsulting, Stifter des Zeitsicht Art Award
Dr. Christof Trepesch, Leitender Direktor der Kunstsammlungen und Museen Augsburg
 

Aïcha Khorchid, La Prison Rose ou Dorée, 2021, organic pigments, latex, rabbit glue, oil chalk and pencils on wood panel, 200 x 200 cm, Courtesy of the artist and GNYP Gallery
Aïcha Khorchid, La Prison Rose ou Dorée, 2021, organic pigments, latex, rabbit glue, oil chalk and pencils on wood panel, 200 x 200 cm, Courtesy of the artist and GNYP Gallery
Aïcha Khorchid, Notre Dame de Rouen, 2021, organic pigments, latex, rabbit glue, oil chalk and pencils on wood panel, 200 x 400 cm, Courtesy of the artist and GNYP Gallery
Aïcha Khorchid, Notre Dame de Rouen, 2021, organic pigments, latex, rabbit glue, oil chalk and pencils on wood panel, 200 x 400 cm, Courtesy of the artist and GNYP Gallery