Filter Einstellungen: Wählen Sie die gewünschten Filter aus, um Werke in der Sammlung anzuzeigen.

Prunkkabinett zurück im Maximilianmuseum

Prunkkabinett zurück im Maximilianmuseum

Prunkstück in neuem Glanz

Das Prunkkabinett mit Uhr von Heinrich Eichler d. Ä. ist nach fast einem Jahr Restaurierung wieder im Maximilianmuseum zu sehen. Das um 1706 entstandene Kleinmöbel zählt seit seiner Schenkung durch Kommerzienrat Martin Ohlenroth im Jahr 1912 zu den Spitzenstücken der Sammlung. Der Augsburger Silberkistler Eichler(1637-1719) war für seine kostbaren Prunkkabinette bekannt, die er aus edlen Materialien wie Silber, Schildpatt und Elfenbein für eine höfische Kundschaft fertigte. 

Mittels elektrolytischer Prozesse erhält das angelaufene Silber des wertvollen Prunkkabinetts wieder Glanz. © Foto: Stephan Rudolph
Mittels elektrolytischer Prozesse erhält das angelaufene Silber des wertvollen Prunkkabinetts wieder Glanz. © Foto: Stephan Rudolph

Schonende elektrolytische Verfahren

Im Mittelpunkt der Arbeiten der beiden Restauratoren Stephan Rudolph und Christine Stege standen die silbernen und vergoldeten Oberflächen des Prunkkabinetts. Sie hatten sich im Laufe der Jahrhunderte durch Alterungs- und Oxidationsprozesse verändert. Die Reinigung der empfindlichen Silberfolien und filigranen Beschläge erfolgte ohne Demontage. Dunkle Silbersulfid-Schichten konnten durch ein schonendes elektrolytisches Verfahren selektiv entfernt werden, ohne wertvolle historische Substanz zu beeinträchtigen.

Einfach glänzend: Vor der Behandlung (im Bild linke Seite) und danach. © Foto: Stephan Rudolph
Einfach glänzend: Vor der Behandlung (im Bild linke Seite) und danach. © Foto: Stephan Rudolph
Alles fix: Mit Glutinleim werden die Auflagen aus Schildpatt und Furniere gefestigt. © Foto: Stephan Rudolph
Alles fix: Mit Glutinleim werden die Auflagen aus Schildpatt und Furniere gefestigt. © Foto: Stephan Rudolph

Ziel: Vielfalt an kostbaren Materialien sichtbar machen

Darüber hinaus wurden Auflagen aus Schildpatt und Furniere aufwendig gefestigt. Ergänzungen fehlender Bestandteile erfolgten nur in geringem Umfang. Ziel aller Maßnahmen war es, die historische Authentizität des Kunstwerks zu bewahren und zugleich die Vielfalt seiner kostbaren Materialien wieder sichtbar zu machen. Die Restaurierung war Dank einer großzügigen Spende einer privaten Stiftung in der „HAUS DER STIFTER – Stiftergemeinschaft der Stadtsparkasse Augsburg“ ermöglicht worden.