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Enthüllung des Mosaiks © Mayla Wind/KMA

Rares römisches Mosaik kehrt heim

Rares römisches Mosaik kehrt heim

Ein bedeutendes Mosaik aus Augsburgs Römerzeit (2./3. Jahrhundert n. Chr.) ist nach der Restaurierung in einer Spezial-Werkstatt zurück in Augsburg. Der seltene Fund aus einer Grabung von 1986/87 im Stephansgarten in Augsburg wird als weiteres Highlight die geplante Archäologische Landesausstellung und das künftige Römische Museum in Augsburg bereichern. In Schwaben sind römische Mosaikfunde äußerst rar. Es gibt nur wenige erhaltene Beispiele. Sie stammen vor allem aus Augusta Vindelicum, der damaligen Hauptstadt der Provinz Rätien. 

Im Stephansgarten in den 80er Jahren zufällig gefunden
Bei dem nun restaurierten Mosaik handelt sich um eines von insgesamt drei Mosaiken, die 1986/1987 im Garten des Klosters St. Stephan im Domviertel gefunden und geborgen wurden. Die ersten Steinchen hatten Schüler des Gymnasiums bei St. Stephan zufällig bei der Anlage eines Biotops dort entdeckt. Bei der nachfolgenden archäologischen Grabung konnten die Reste eines römischen Gebäudes mit überaus reicher Innendekoration freigelegt werden. Diese zeichnete sich durch Mosaiken, Wandmalereien, Stuckleisten sowie einer Verkleidung durch Marmorplatten aus und hatte eine Fußbodenheizung. Das Gebäude stand nach derzeitigem Forschungsstand am Rande des Forums von Augusta Vindelicum. 

Restaurierung in Spezialwerkstatt
Zur Bergung musste man den ca. 2,50 x 1 m großen Fußboden in fünf Teile trennen. Diese wurden mit einem speziellen Textil beklebt, um die Steinchen zu fixieren. Die Zusammenfügung und Reinigung der Teilbergungen sowie die Restaurierung des Mosaiks, das sich durch ein schwarz-weißes Rautenmuster mit spindelförmigen Dekorelementen auszeichnet, erfolgte in einer speziellen Restaurierungswerkstatt in Rheinland-Pfalz über mehrere Monate. Das Objekt ist nun auf einer speziellen Aero-Web-Platte montiert, wie sie auch im Flugzeugbau eingesetzt wird. Damit ließ sich das Gesamtgewicht des Exponats auf unter 100 kg reduzieren. Die Zusammenfügung und Restaurierung des zweiten geborgenen Mosaikfußbodens hat gerade begonnen und wird bis Jahresende abgeschlossen sein.

Finanzielle Unterstützung der Restaurierung
Finanziell wurde die Restaurierung des Mosaiks dankenswerterweise von der Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern und der Vera Setzer-Stiftung unterstützt.

Im Rahmen einer Pressekonferenz stellte der Leiter der Stadtarchäologie Dr. Sebastian Gairhos zusammen mit Kulturreferent Jürgen K. Enninger das restaurierte römische Mosaik vor. Es stammt aus einem prachtvoll ausgestatteten Gebäude am Rande des Forums von Augusta Vindelicum im 2./3. Jahrhundert n. Chr. © Mayla Wind/KMA
Im Rahmen einer Pressekonferenz stellte der Leiter der Stadtarchäologie Dr. Sebastian Gairhos zusammen mit Kulturreferent Jürgen K. Enninger das restaurierte römische Mosaik vor. Es stammt aus einem prachtvoll ausgestatteten Gebäude am Rande des Forums von Augusta Vindelicum im 2./3. Jahrhundert n. Chr. © Mayla Wind/KMA