Zeichenkunst des Barock
Neuer Katalog zur Grafischen Sammlung im Schaezlerpalais
Mit dem Katalog „Die Grafische Sammlung im Schaezlerpalais. Deutsche Zeichnungen des Barock in Augsburg“ erscheint erstmals seit fast 40 Jahren wieder eine umfassende Publikation zur Grafischen Sammlung der Kunstsammlungen & Museen Augsburg. Herausgegeben von Gode Krämer, Peter Prange und Christof Trepesch im Deutschen Kunstverlag, bietet der Band einen faszinierenden Einblick in die Zeichenkunst des Barock und Rokoko – und setzt zugleich eine lang gehegte Idee um.
Bereits 2016 erschien der Katalog zur Deutschen Barockgalerie im Schaezlerpalais. Damals entstand der Wunsch, auch die Zeichnungen der Grafischen Sammlung in ähnlicher Weise zu würdigen. Fast zehn Jahre später liegt nun das Ergebnis vor: Eine sorgfältig gestaltete Publikation, die rund 120 ausgewählte Zeichnungen aus Augsburg und dem deutschsprachigen Raum zwischen 1600 und 1800 präsentiert – darunter Entwürfe für Fresken, Kupferstiche, Skulpturen, Goldschmiedekunst und mehr. Die Auswahl spiegelt nicht nur die hohe künstlerische Qualität, sondern auch die kontinuierliche Erwerbungstätigkeit der Sammlung bis in die Gegenwart. So wurde etwa kürzlich durch den Freundeskreis der Kunstsammlungen eine seltene Zeichnung des Augsburger Bildhauers Georg Petel erworben.
Die Publikation ist zugleich ein wissenschaftliches Projekt: Mit Beiträgen von rund 30 Autorinnen und Autoren aus dem In- und Ausland bietet sie ein vielschichtiges Kaleidoskop zur deutschen Zeichenkunst des 17. und 18. Jahrhunderts. Neue kunsthistorische Erkenntnisse fließen ebenso ein wie kulturhistorische Perspektiven – und verorten die Augsburger Grafische Sammlung wieder sichtbar auf der Landkarte der internationalen Barockforschung.
Der Katalog erscheint als Begleitbuch zur Ausstellung „Augsburger Geschmack“, die noch bis 28. September im Schaezlerpalais und Grafischen Kabinett zu sehen ist. Der Titel greift einen historischen Begriff auf, der einst kritisch gemeint war, heute aber als Zeichen einer künstlerischen Blütezeit verstanden wird, die weit über Augsburg hinausstrahlte.