© Kunstsammlungen und Museen Augsburg, Hans Holbein d. Ä., Votivbild Ulrich Schwarz, Augsburg um 1508
© Kunstsammlungen und Museen Augsburg, Heinrich Vogtherr d. J., Städtische Almosentafel, Augsburg 1537
Hans Daucher, Putti aus der Fuggerkapelle in St. Anna, 16. Jh., Maximilianmuseum © Sotheby’s Paris

Stiften gehen! Wie man aus der Not eine Tugend macht

28.08.–28.11.2021 im Maximilianmuseum

Wer kennt sie nicht: Die Fuggerei in Augsburg. 2021 ist es 500 Jahre her, dass Jakob Fugger „der Reiche“ die älteste Wohnsiedlung der Welt gestiftet hat. In einer Zeit, die als „Goldene Zeit“ in das Gedächtnis der Stadt eingegangen ist. Aber wie passt diese glänzende Epoche um Jakob Fugger mit der größten Wohnraumstiftung für „arme Leut“ zusammen? Was für eine Gesellschaft machte Stiftungen wie diese notwendig? Diesen Fragen geht die Ausstellung „Stiften gehen! Wie man aus Not eine Tugend macht“ vom 28. August bis 28. November 2021 nach.

Obwohl diese Epoche von unserer Corona-Zeit weit weg scheint, zeigen sich bei genauem Hinsehen erstaunliche Parallelen: Auch damals waren die Menschen Klimawandel, Seuchen und einem unaufhaltsamen Wertewandel ausgesetzt. Wie man damals auf diese Krisen reagiert hat, was Stiftungen damit zu tun haben und welche urmenschlichen Phänomene uns mit der Zeit der Fuggerei verbinden, möchte die Ausstellung erlebbar machen.

Meisterwerke der „Goldenen Zeit“ von bedeutenden Künstlern wie Albrecht Dürer, Hans Holbein d.Ä. oder Hans Daucher werden die damalige Pracht der „Fuggerstadt“ wieder aufleben lassen. Berührende Zeugnisse vergessener Schicksale werden von heutigen Künstlern lebendig in Szene gesetzt. Die Lebensrealität der Menschen in Augsburg um das Jahr 1521 wird für alle Sinne erfahrbar: Neben Goldschmiedearbeiten der „Fuggerzeit“ hört man die Domsingknaben, Dauchers Putten für die Fuggerkapelle werden von duftenden Maßnahmen gegen die Pestwelle 1521 begleitet. Alles läuft auf die Frage hinaus: Was würden Sie tun, wenn Sie Stifter wären?