
Georg von Kováts - Tanzmaske Kunst im Rokoko-Garten
Die abstrakte Bronzefigur „Tanzmaske“ (1969), ein Werk von Georg von Kováts (1912-1997), ergänzt seit Sommer 2024 als künstlerische Intervention die dynamischen Formen und Sichtachsen des Rokoko-Gartens im Schaezlerpalais. Über 20 Jahre stand die Skulptur im Garten der Tochter des Künstlers, Nana Kováts-Tatum (im Bild oben). Nun hat die Familie diese den Kunstsammlungen & Museen Augsburg als Dauerleihgabe überlassen.
Tanz in polyperspektivischer Organik
Kováts Werk gründet in der gegenständlichen Kunst, die sich an den großen französischen Bildhauern - darunter Auguste Rodin - ebenso orientiert wie an den sachlich gegenständlichen Formen der 1920er Jahren. Seine abstrakten Plastiken der Nachkriegszeit zeigen Verbindungen zu Alexander Archipenko wie auch zu Rudolf Belling und Hans Arp, dessen Organik sich widerspiegelt. Die Bronzeplastik „Tanzmaske“ ist ein herausragendes Beispiel für sein Schaffen in der Nachkriegszeit, bei der er das Thema des Tanzes in polyperspektivischer Organik Gestalt werden lässt.
Georg von Kováts
Der 1912 in Klausenburg in Siebenbürgen geborene Bildhauer Georg von Kováts wurde an den Akademien in Wien und Dresden – dort bei Karl Albiker - sowie Budapest ausgebildet. 1938 wurde er Meisterschüler von Richard Scheibe in Berlin. Er heiratete, gründete eine Familie und war ein lebendiger Teil der Berliner Szene um die Künstlergemeinschaft Klosterstraße. Er unternahm zahlreiche Reisen nach Paris, wo ihn die französische Avantgarde tief beeindruckte.
Neuanfang nach 1945
Im Jahr 1945 wurden nahezu alle seine Arbeiten bei einem Bombenangriff zerstört. Es erfolgte ein Neuanfang in Gauting bei München. Er wurde Mitglied der Neuen Darmstädter Sezession und fand in dieser Gemeinschaft Unterstützung. Kováts‘ Arbeiten wurden auf der ersten großen Nachkriegsausstellung „Deutsche Kunst“ in Zürich gezeigt, aber auch in München und beim Deutschen Künstlerbund sowie bei zahlreichen Ausstellungen in Darmstadt.


Der Lebensweg des Künstlers Georg von Kováts (1912-1997)

1912
Geburt in Klausenburg (heutiges Cluj-Napoca in Rumänien) - damals Österreich-Ungarn
1912 - 1931
Kindheit und Jugend in Bratislava
1931 - 1937
Studium an den Akademien der Künste in Budapest, Wien und Dresden
1937
Parisaufenthalt
Erste Kontakte mit Künstlern der französische Avantgarde
1937 – 1945
Heirat mit Dorothea Schacht in der neuen Heimat Berlin
Geburten der Töchter Nana (*1939) und Angelika (*1942)
1945
Zerstörung des Ateliers nach Bombenangriff
Flucht der Familie nach Gauting
1965
Übersiedlung nach Darmstadt
Beteiligung bei Jahressausstellungen der Darmstädter Sezession sowie Tätigkeit als Vorstandsmitglied
1965
Würdigung mit einer Sonderausstellung im Rahmen der 14. Jahressausstellung der Darmstädter Sezession
1972
Stadt Darmstadt ehrt Kováts zum 60. Geburtstag mit der Johann Heinrich Merck-Medaille und einer großen Sonderausstellung
1984
Kunsthalle Darmstadt widmet Georg Kováts eine große Ausstellung
Gezeigt werden auch Arbeiten des Freundes Carl Gunschmann
1997
Am 8. August verstirbt Georg Kováts im Kreis seiner Familie