Die Modellkammer im Maximilianmuseum © Kunstsammlungen & Museen Augsburg

Elias Holl (1573–1646)Meister – Werk – Stadt

17.06.–17.09.2023 im Maximilianmuseum

Elias Holl, Erbauer des Augsburger Rathauses, zählt zu den bedeutendsten Architekten des 17. Jahrhunderts. An der Neugestaltung Augsburgs um 1600 war er maßgeblich beteiligt. Seine Bauten prägen bis heute das Stadtbild. Anlässlich des 450. Geburtstags Holls, der von 1602 bis 1630 und von 1632 bis 1635 als Augsburger Stadtwerkmeister tätig war, werden sein Leben und Werk beleuchtet.

Sie fallen in eine Zeit, als Kunst und Wissenschaft in Augsburg blühten. Die Stadt war eine der führenden Metropolen Mitteleuropas. Selbstbewusst blickte man auf eine bis in die Antike zurückreichende Geschichte und die herausgehobene Stellung als Reichsstadt im „Heiligen Römischen Reich“. Holls Leben ist ein Spiegel der Zeitgeschichte, vor allem der außergewöhnlichen Entwicklung seiner Vaterstadt, die schwer unter den Umbrüchen des 30jährigen Krieges litt.

Mit einzigartigen Exponaten zeichnet die Ausstellung ein lebendiges Bild von Augsburgs berühmtem Baumeister, seiner Epoche und seinem Nachwirken, denn jede Zeit hatte ihren eigenen Blick auf Holl und erkannte sich in ihm wieder.

Metzgplatz 1

Ehem. Stadtmetzg, dreigeschossiger Satteldachbau mit repräsentativer Giebelfront nach Süden, 1609 von Elias Holl unter Verwendung von Zeichnungen von Joseph Heintz d. Ä., 1938/39 im Inneren verändert und nach Norden ausgebaut; mit Hinter der Metzg 6.

Am Katzenstadel 18a

Ehem. Gießhaus, jetzt A.B. von Stettensches Institut, eingeschossiger Bau mit geböschten Strebepfeilern, gequetschten Ochsenaugen und architektonisch gerahmtem Portal, 1602 von Elias Holl; an der Nordseite Kanonenbohrturm, über quadratischem Grundriss mit Zeltdach und Laterne.

Am roten Tor 5

Rotes Tor, 1622 von Elias Holl über einem gotischen Bau errichtet, quadratischer Unterbau mit spitzen Torbögen, Obergeschoß mit abgerundeten Ecken, Pilasterglie-derung und horizontalen Putzbändern, Zeltdach mit Laterne; Vortor, niedriger Torbau mit tonnengewölbter Durchfahrt, 1544/46; Roter Torwall und -mauer, letztere 1545/46 errichtet, Wallbastei mit gewölbten Kasematten 1611; Brücke vor dem Roten Tor, zweigeschossig zu sechs Bögen, bez. 1777; Venezianischer Brunnen, Mitte 16. Jh. (derzeit ausgelagert). Die Wallanlagen mit der Bastei wurden nach Aufhebung der Festungseigenschaft in der 2. Hälfte des 19. Jh. in eine Parkanlage umgewandelt, die mehrere Gestaltungen erfuhr (die letzte 1952 durch Ludwig Römer). Hier erfolgte 1929 auch der Einbau der Freilichtbühne. 

Annastraße 18/Im Annahof 2

Evang.-Luth. Pfarrkirche St. Anna, ehem. Klosterkirche der 1270 gegründeten Karmelitenniederlassung, Teile des Ostchores und der Großen Sakristei von der 1321 ff. errichteten Anlage, 1461-64 Wiederaufbau der Kirche nach Brand, 1487-97 Erweiterung und Erneuerung sowie Anlage des Kreuzganges, 1508-12 Fuggerchor, 1602 Turm von Elias Holl, 1647/48 barocke Erneuerung der Kirche; Goldschmiedskapel-le, einschiffig mit polygonalem Schluss, 1420; Heiliggrabkapelle, vor 1508; jeweils mit Ausstattung; zugehörige Hofmauer.

Barfüßerstraße 15

Barfüßertor, nach Abbruch des von Elias Holl gebauten Tores Errichtung klassizistischer Flankenbauten, davon der nördliche erhalten, Arkadenbau mit flachem übergiebeltem Risalit, 1825/28.

Beim Märzenbad 11

Bürgerhaus, dreigeschossiger Giebelbau, mit Tordurchfahrt und Aufzugsöffnungen, Ende 16. Jh. von Johannes Holl; gemauerter Verbindungsbogen zu Nr. 13.

Beim Rabenbad 6

Heilig-Geist-Spital, 1623/31 von Elias Holl, vier Flügel um unregelmäßigen Innen-hof, hofseitig mit hohen Pfeilerarkaden; Nordflügel dreigeschossig mit hohem Satteldach und Ausbau für Lastenaufzug, architektonisch gerahmtes Portal; Westtrakt siehe Spitalgasse 11/15.

Gänsbühl 32

Wasserturm, 1608 von Elias Holl.

Heilig-Grab-Gasse 1/3

Ehem. Reichsstädtisches Kaufhaus, langgestreckter dreigeschossiger Traufseitbau, 1611 von Elias Holl unter Verwendung eines Planes von Matthias Kager, geschweifter Giebel zur Maximilianstraße wohl um 1700.

Hermanstraße 24

Kath. Friedhofskirche St. Michael, längsovaler Zentralbau mit nördlichem und südlichem Annexbau und Turm mit oktogonalen Obergeschossen und Zwiebelkuppel, wohl nach Plänen von Elias Holl, 1603/05, Erweiterung im 17. Jh., 1703 beschädigt, 1712 Weihe nach Wiederaufbau, um 1772 verändert; mit Ausstattung; Friedhof mit Grabdenkmälern des 18.-20. Jh.; Einfriedung, Umfassungsmauer mit Giebeln und giebelbekröntem Portal, klassizistisch, nach 1862; Aussegnungshalle mit hohem Turm mit schlitzartig herabgezogenen Schallöffnungen und flachem Walmdach, Leichenhalle mit flachem Walmdach hinter hoher Attika,Grupenbau über t-förmigem Grundriss, 1932/33.

Hirblingerstraße 1

Kath. Pfarrkirche St. Peter und Paul, 1608 und 1698/1700 Umbau der mittelalterli-chen Anlage, Turmobergeschosse 1619 von Elias Holl, 1944 schwer beschädigt, schlichter Wiederaufbau nach Plänen von Michael Kurz; mit Ausstattung.

Johannes-Haag-Straße 27

Zum städtischen Bauhof gehörig: zwei Stadel, eingeschossige Satteldachbauten, Anfang 17. Jh. von Elias Holl; spätklassizistischer Walmdachbau, um 1850.

Maximilianstraße 39

Bürgerhaus, dreigeschossiger Traufseitbau mit Flacherker, Arkadenwand im Hof, Abseiten, 1598/99 von Elias Holl umgebaut.

Mittlerer Lech 2

Bürgerhaus, dreigeschossiger Walmdachbau, im Kern auf den Bau Elias Holls von 1604 zurückgehend, ehem. Ganthaus, äußere Erscheinung um 1850.

Mittlerer Lech 15

Ehem. Münze, zweigeschossiger giebelständiger Bau mit Flacherker und Mansard-dach mit Schopf, im Kern auf den Bau Elias Holls von 1612 zurückgehend, später verändert.

Philippine-Welser-Straße 26

Bürgerhaus, dreigeschossiger Traufseitbau mit zwei Flacherkern, Abseiten und Rückgebäude mit Aufzugsgiebeln, 1598 von Elias Holl.

Rathausplatz 10

Perlachturm, der Kern des Unterteils noch hochmittelalterlich, 1526/27 erhöht, die oberen Geschosse 1614/16 von Elias Holl, nach Beschädigung 1944 wiederherge-stellt.

Rathausplatz 2

Rathaus, geschlossener Baukörper des venezianischen Palazzotyps mit überhöhtem Mittelblock und Seitentürmen, 1615/20 von Elias Holl erbaut, 1944 schwer beschädigt, im Außenbau wiederhergestellt, rekonstruierender Ausbau des Inneren seit 1978; mit historischer Ausstattung.

Rathausplatz 8

Sog. Neuer Bau, Erdgeschoß rustizierte Rundbogenarkaden, Obergeschoß mit Pilas-tergliederung, flaches Walmdach, 1614 von Elias Holl, vielleicht nach Entwurf von Matthias Kager, nach Beschädigungen von 1944 wiederhergestellt.

Schmiedgasse 7

Bürgerhaus, dreigeschossig mit asymmetrisch gegliederter Giebelfront und Erdge-schoß-Durchgang, 16. Jh. von Elias Holl.

Spitalgasse 11/15

Heilig-Geist-Spital, Westflügel mit dreischiffiger Pfeilerhalle im Erdgeschoß, 1623-31 von Elias Holl; vgl. Beim Rabenbad 6 und Spitalgasse 17.

Spitalgasse 17

Ehem. Kapelle des Heilig-Geist-Spitals, jetzt Evang.-Luth. Spitalkapelle, 1623/31 von Elias Holl; im Westtrakt des Spitalkomplexes mit fassadenartig ausgestaltetem Giebel nach Süden; vgl. Spitalgasse 11/15.

Stephansplatz 6

Ehem. Damenstiftskirche, jetzt Benediktinerstiftskirche St. Stephan, Turm 1619 nach Plänen von Elias Holl, vom Kirchenneubau von 1755/57 nach Kriegszerstörung 1944 nur die Umfassungsmauern erhalten, Wiederaufbau und Ausgestaltung ab 1950 nach Plänen von Adolf Muesmann und Georg Schiener; mit Ausstattung.

Wertachbrucker-Tor-Straße 17

Wertachbrucker Tor, spätmittelalterlicher Unterbau mit spitzen Torbögen, 1605 von Elias Holl erhöht und ausgebaut, an der Feldseite niedriges Vortor mit gewölbter Durchfahrt.

Zeuggasse 6

Zeughaus, zwei rechtwinklig zueinander stehende Flügel, der südliche im Kern 16. Jh., dessen Umbau sowie der Neubau des Hauptflügels am Zeugplatz 1600 von Jacob Eschay begonnen, 1602/07 von Elias Holl vollendet, Ostfassade nach Ent-wurf von Joseph Heintz, Front an der Zeuggasse 1897.

Zum Fuggerschloss

Fugger-Babenhausensches Schloß; Haupttrakt mit Georgskapelle um 1513 unter Matthäus Lang errichtet, mehrere Erneuerungen, vor allem 1737 unter den Fürsten und Grafen Fugger, die seit 1595 im Besitz des Schlosses sind; Osttrakt mit Treppenturm und Rundbogenarkaden an der Hofseite, 1857/58 errichtet, Turm im Kern älter; sog. Grafenhaus, 18. Jh., die Durchfahrt ist im Kern mit dem Äußeren Tor, um 1600 von Elias Holl errichtet, identisch; mit Ausstattung; Denkmal des Fürsten Leopold Fugger-Babenhausen, 1888; schmiedeeisernes Gartentor an der Südseite des Hofes, 3. Viertel 18. Jh.; Steinbalustrade mit klassizistischen Sandsteinlöwen im Ostteil des Hofes; Marmorsäule, um 1515, aus dem Augsburger Fuggerhaus, am Westrand des Hofes; Don-Quichotte-Brunnen, um 1900, Brunnensäule 16. Jh., im Hof; Schloßgarten, 18. Jh., mit hoher Freitreppe und Umfassungsmauer nach Norden; neugotischer Pavillon. Vgl. Ensemble Wellenburg.