Cocktailkleid von Heinz Oestergaard (Detail), Berlin 1954 © Sammlung Ralf Schmitt

Um angemessene Kleidung wird gebeten.
Mode für besondere Anlässe von 1770 bis heute

29.01.–25.04.2021 im Schaezlerpalais

Mode begleitet den Menschen durch sein Leben. Als „zweite Haut" dient ihm die Kleidung nicht nur als Schutz, sondern auch als Schmuck. Für besondere Anlässe wurde daher immer schon zu einer speziellen Garderobe gegriffen – ob zu religiösen Festen, gesellschaftlichen Events oder im Berufsleben. Über Jahrhunderte bestimmten festgelegte Kleiderordnungen, wie man sich anzuziehen hatte.

Materialien, Schnitte, Farben, Dekore und Accessoires wurden dem Anlass und Stand entsprechend vorgegeben – mitunter sogar per Gesetz. Der Bruch mit diesen Dresscodes war noch bis in die 1960er Jahre so gut wie unmöglich und konnte gesellschaftliche Sanktionen nach sich ziehen. Aufstände, Revolutionen und Kriege veränderten die strengen Vorgaben der Kleidervorschriften. So stellten beispielsweise die Französische Revolution von 1789 und die Studentenrevolte von 1968 vormalige Konventionen infrage und definierten Kleidung neu.

Manch ein Anlass kam dadurch „aus der Mode". Auch wenn heute die individuelle Einstellung zur Mode eine größere Rolle bei der Kleiderwahl spielt, wird die Frage nach einem angemessenen Outfit immer noch viel diskutiert. Over- oder underdressed? Sittlich-moralische, geschlechtliche und soziale Codes haben nach wie vor Einfluss auf unsere Kleidung – mal mehr, mal weniger bewusst.

Auch der Bruch mit modischen Normen wird dabei zum Statement. Anhand von Damen-, Herren-, Kinder- und Puppenkleidung aus vier Jahrhunderten geht die Ausstellung diesen Entwicklungen vom 18. Jahrhundert bis in die Gegenwart nach, beginnend mit der Zeit der Erbauung des Schaezlerpalais mit seinem bekannten Rokoko-Festsaal um 1770.

Die Exponate stammen aus einer umfangreichen Privatsammlung und werden durch Objekte aus dem Bestand der Kunstsammlungen & Museen Augsburg ergänzt.