Bertolt Brecht, 1954 (Foto: Jörg Kolbe, Bundesarchiv)
Paul Hamann, Bertolt Brecht, 1930, Bronze (Foto: Felix Weinold)
Brechthaus, Schlafzimmer, Fotografien (Foto: Felix Weinold)

Brechthaus

Bert Brechts Geburtshaus im Augsburger Lechviertel ist seit 1985 eine Gedenkstätte. Hier taucht man in das Leben und Werk des Dichters und Dramatikers ein. Das Handwerkerhaus „Auf dem Rain 7“ steht eingeklemmt zwischen zwei Lechkanälen. Im Obergeschoss des kleinen Hauses kam Eugen Berthold Friedrich Brecht am 10. Februar 1898 zur Welt. Auf den Geburtsort des weltberühmten Dichters, des Schöpfers nicht nur der „Mutter Courage“ und der „Dreigroschenoper“, weisen die knallrote Brecht-Stele vor dem Eingang und die Gedenktafel an der Fassade hin.

Die Ausstellung im Brechthaus zeigt Exponate und Installationen zu Kindheit und Jugend, zum Lebenslauf und zu Werken Bert Brechts: Erstausgaben, ein Bühnenbild von 1949, Lebend- und Totenmasken sowie das Schlafzimmer von Mutter Brecht. Im Erdgeschoss informiert eine Videoinstallation mit Dokumentarfilmen, und die Leselounge lädt mit einer Präsenzbibliothek zum ungestörten Schmökern in Brechts Œuvre ein.

Das Brechthaus, Auf dem Rain 7

GESCHICHTE

Mitten in der Augsburger Altstadt, im sogenannten Lechviertel, findet sich das Geburtshaus von Bertolt Brecht. Das Gebäude, ein typisches Handwerkerhaus aus dem frühen 18. Jahrhundert, wird an Vorder- und Rückseite von zwei Lechkanälen umflossen. Zur Zeit von Brechts Geburt war im Erdgeschoss eine Feilenhauerei untergebracht, die die Wasserkraft für ihr Hammerwerk nutzte, dessen Lärm wohl auch den baldigen Auszug der Familie Brecht bedingte.

Anlässlich der ersten, noch von privater Hand organisierten Brechtwoche wurde 1960 eine Gedenktafel am Haus angebracht, die Forderung nach einer Gedenkstätte für Augsburgs größten Dichter gab es erstmals 1976 im Rahmen einer Brechtfeier. Nachdem die Stadt das Anwesen 1981 erworben hatte, wurde schließlich anlässlich der 2000-Jahr-Feier Augsburgs 1985 im ersten Stock eine Dauerausstellung eingerichtet. Nach völliger Umgestaltung und räumlicher Erweiterung nun auch auf das Erdgeschoss, konnte das Haus zu Bertolt Brechts hundertstem Geburtstag am 10. Februar 1998 als literarisches Museum unter dem Dach der Staats- und Stadtbibliothek wiedereröffnen. Seit 2014 zählt das Brechthaus zu den Kunstsammlungen und Museen Augsburg und wird von der Regio Augsburg Tourismus GmbH betreut.

STÄNDIGE AUSSTELLUNG

Das Brechthaus ist ein literarisches Museum, das dem Leben eines der wichtigsten deutschen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts gewidmet ist. Anhand von Text- und Bilddokumenten, Kunstwerken und nicht zuletzt seinem literarischen Œuvre eröffnet die Dauerausstellung einen lebendigen Blick auf den bekannten Sohn Augsburgs. Werden im Erdgeschoss kurze Einführungen in Leben und Werk sowie die Rezeption seines Werkes gegeben, so sind die Räume der ersten Etage jeweils einem Lebensabschnitt Bertolt Brechts gewidmet: Die Eltern sowie Kindheit und Jugend Brechts in Augsburg bilden hier den Auftakt (1898–1917), gefolgt von der Zeit vom Ende des Ersten Weltkriegs bis zum Umzug nach Berlin (1918–1924). Die erste Berliner Zeit (1924–1933), das Exil (1933–1947) und die Zeit nach der Rückkehr bis zum Tod (1947–1956) werden in den weiteren Räumen präsentiert. Die Biografie Brechts wird dabei immer durch wertvolle Originale flankiert, darunter Erstausgaben, Bühnenbildentwürfe, Lebend- und Totenmasken oder auch dem erhaltenen Schlafzimmer seiner Mutter Sophie (1871–1920). Das Werk Bertolt Brechts kann zudem lesend in der Lounge im Erdgeschoss erfahren werden. 

VIDEOGUIDE

Zusammen mit fachkundigen Sprechern lässt sich mit dem Videoguide das Brechthaus im Augsburger Lechviertel erkunden. Die Stationen führen durch das Leben Bertolt Brechts, der hier 1898 geboren wurde. Brechtexperten beleuchten aus unterschiedlichen Blickwinkeln Kindheit, Jugend und Lieben, Werke und Lebensstil, Exil, Nachkriegszeit und Tod des berühmten Augsburgers.

www.brechthaus-augsburg.de