Wolfgang Amadeus Mozart, 1780/81, Barbara Krafft
Mozarthaus in der Frauentorstraße (Foto: Marion Waldmann)
Dauerausstellung im Mozarthaus (Foto: Felix Weinold)
Johann Nepomuk della Croce, Maria Anna und Wolfgang Amadeus Mozart

Mozarthaus

Das Mozarthaus in der Frauentorstraße ist das Geburtshaus von Leopold Mozart (1719–1787). Er kam hier als Sohn des Buchbinders Johann Georg Mozart (1679–1736) und dessen zweiter Frau Anna Maria Sulzer (1696–1766) zur Welt. Ihm und seiner Familie ist deshalb auch ein Großteil der Ausstellung in den Räumen des verwinkelten Gebäudes gewidmet. Anlässlich des 250. Geburtstags von Leopolds weltberühmtem Sohn Wolfgang Amadé Mozart (1756–1791), wurde das Mozarthaus am 27. Januar 2006, nun unter dem Dach der Kunstsammlungen und Museen Augsburg, wiedereröffnet.

Mit Hilfe zahlreicher Stiche, Handschriften, Notationen, Bücher und Musikinstrumente wird der Lebensweg Leopold Mozarts geschildert. Ein außergewöhnliches Ausstellungsstück ist der originale Hammerflügel von Johann Andreas Stein, auf dem sowohl Leopold als auch Wolfgang Amadé Mozart spielten. Weitere Exponate stammen aus der berühmten Sammlung von Maximilian Zenger. 

Mittels mehrsprachiger Audioguides (in Deutsch, Englisch und Japanisch) sowie moderner Ausstellungstechnik mit Kurzfilmen, Musikeinspielungen und Guckkästen, können die Besucher das Leben und die Musik der Familie Mozart neu entdecken.

GESCHICHTE

Das heutige Mozarthaus war die Wohn- und Arbeitsstätte des Buchbinders Johann Georg Mozart. Hier wurde auch sein Sohn Leopold geboren. Erstmals wurde 1858 eine Gedenktafel am Haus angebracht, die auf die Verbindung der Familie Mozart mit der Stadt Augsburg hinwies. Auf Initiative des Augsburger Politikers Ludwig Wegele wurde hier 1937 ein Gedenkraum eingerichtet, der jedoch später wieder in eine Wohnung einging. 1951 erfolgte die erneute Einrichtung einer Gedenkstätte, die anschließend immer wieder Umgestaltungen und Erweiterungen erfuhr. Seit 1996 ist das Mozarthaus auch Sitz der Geschäftsstelle der Deutschen Mozartgesellschaft. Nach Umbau- und Sanierungsmaßnahmen durch den Förderverein Mozarthaus im Jahr 2005 ist im Gebäude seit Januar 2006 eine neu konzipierte Dauerausstellung zu Leben und Werk Leopold Mozarts wie auch zu seiner Familie zu sehen. Das Museum wird seitdem von der Regio Augsburg Tourismus GmbH für die Kunstsammlungen und Museen Augsburg betrieben.

Pietro Antonio Lorenzoni, Porträt von Leopold Mozart

AUSSTELLUNG

Im Mozarthaus entfaltet sich auf drei Etagen die Geschichte der berühmten Musikerfamilie. Da das Museum zwei Komponisten und Musikern gewidmet ist, wird der Inhalt über einen dreisprachigen Audioguide (deutsch, englisch und japanisch) vermittelt, der auch zahlreiche Musikeinspielungen bietet.

Nach einer Einführung in die Familiengeschichte im Erdgeschoss leitet die Rekonstruktion einer Buchbinderwerkstatt im ersten Stockwerk die Besucher direkt in die Biografie Leopold Mozarts über, dessen persönliche Entwicklung als Komponist und selbstständiger Unternehmer durch die europäische Aufklärung geprägt wurde. Im Mittelpunkt der Präsentation steht insbesondere seine für die Musikpädagogik wegweisende „Gründliche Violinschule“ von 1756. Im sogenannten Steinraum befindet sich mit dem originalen Hammerflügel von Johann Andreas Stein (1728–1792) das wertvollste Exponat. Hier finden auch regelmäßig Konzerte statt.

In der zweiten Etage, die sich als Überthema mit der Vater-Sohn Beziehung beschäftigt, sind den Reisen von Leopold und Wolfgang Amadé gleich mehrere Räume gewidmet. Reisen waren für den Sohn sowohl für seine Bildung als auch seine Ausbildung als Komponist sowie für die gezielte Steigerung seines internationalen Ruhms unabdingbar. Dem Aspekt der Selbstdarstellung Leopolds und dem von ihm für die Öffentlichkeit konstruierten Bild seines Sohnes Wolfgang Amadé Mozart als genialem Musiker und Komponisten, das bis heute rezipiert wird, ist schließlich der letzte Raum gewidmet.

AUGSBURG, DIE VATERSTADT DER MOZARTS

Die Mozarts sind eine schwäbische Familie, deren berühmtestes Mitglied der Komponist Wolfgang Amadé Mozart werden sollte. Sein 1719 in Augsburg geborener Vater Leopold Mozart war der Entdecker, einzige Erzieher, Musiklehrer und 'Manager' von Wolfgang Amadé. In Augsburg erhielt Leopold seine Bildung und jene musikalische Ausbildung, die er an seinen Sohn weitergab. 

Wolfgang Amadé war fünf Mal (1763, 1766, 1777, 1781 und 1790) in der Vaterstadt. 1777 erlebte er hier bei einem zweiwöchigen Aufenthalt sein erstes erotisches Abenteuer mit seiner Augsburger Cousine Maria Anna Thekla Mozart. Daraufhin entstanden Mozarts berühmte deftige "Bäsle-Briefe".