Tabakspfeifen aus archäologischen Ausgrabungen (Foto: Stadtarchäologie)
Silberner Fingerring mit Inschrift in gotischen Majuskeln, 13. Jahrhundert (Foto: Felix Weinold)
Freundschafts- oder Ehering aus Goldblech, 2. Hälfte des 2. Jhs.. n. Chr. (Foto: Stadtarchäologie)
Bestattung des frühen Mittelalters, 7. Jh. n. Chr. (Foto: Stadtarchäologie)
Wolfgang Kilian, Stadtbefestigung im Jahr 1626, Stich © Kunstsammlungen und Museen Augsburg

Stadtarchäologie

Seit über 5000 Jahren ist die Landschaft am Zusammenfluss von Lech und Wertach ein bevorzugter Siedlungsraum. Die Menschen, die hier lebten, hinterließen vielfältige Spuren: Gebäudereste, Gräber, Kanäle, Opfergaben, Abfallgruben und anderes mehr. Die 1978 eingerichtete Stadtarchäologie kümmert sich um die Bewahrung, Dokumentation und Erforschung der kulturellen Hinterlassenschaften im gesamten Stadtgebiet und aus allen Epochen – von der Stein-, Bronze- und Eisenzeit über die römische Epoche und das Mittelalter bis in die Neuzeit. Im Vorfeld von Baumaßnahmen führt die Stadtarchäologie Ausgrabungen durch bzw. betreut die damit beauftragten Fachfirmen. Die geborgenen Objekte werden von der Stadtarchäologie gereinigt, ggf. konserviert, inventarisiert und fachgerecht aufbewahrt, die Grabungsdokumentation archiviert. Die Stadtarchäologie stellt Funde und Unterlagen für wissenschaftliche Abschlussarbeiten und Forschungsprojekte an Universitäten und Institutionen im In- und Ausland zur Verfügung, deren Ergebnisse in Publikationen und Ausstellungen präsentiert werden.

ARCHÄOLOGISCHES ZENTRALDEPOT

Mit der Fertigstellung des Archäologischen Zentraldepots im Frühling 2017 ist der Augsburger Kulturgutspeicher in der ehemaligen Kammgarnspinnerei komplett. Nach dem Textil- und Industriemuseum und dem Stadtarchiv erhält auch die Stadtarchäologie zeitgemäße Lagerungs- und Arbeitsbedingungen. Hier ist Platz für das gesamte archäologische Fundgut aus Augsburg, von kunstvollen bronzezeitlichen Nadeln über tonnenschwere römische Steindenkmäler bis hin zu hauchdünnen venezianischen Gläsern der Renaissance.

Der Großteil der Funde, insbesondere die Keramik, wird in einer zweigeschossigen Fahrregalanlage im großen Hauptmagazin untergebracht. Daneben gibt es Sondermagazine, zum Beispiel für die schweren Steindenkmäler im Untergeschoss oder ein speziell klimatisierter Bereich für die empfindlichen Metallobjekte.

Unter demselben Dach befinden sich auch alle Büros und Werkstätten der Stadtarchäologie. So ist es möglich, den Zustand der wertvollen und fragilen Objekte nach ihrer Bergung dauerhaft zu überwachen und gegebenenfalls konservatorische Maßnahmen zu ihrem Schutz zu ergreifen. Die helle und moderne Bibliothek mit archäologischer Fachliteratur steht auch Studierenden und interessierten Bürgern (nach Anmeldung) zur Verfügung. Sie dient außerdem als Vortrags- und Tagungsraum.

Die Baumaßnahme mit einem Umfang von 9,7 Mio. € wurde maßgeblich durch den Freistaat Bayern im Rahmen der Städtebauförderung gefördert. Die Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern gewährte einen namhaften Zuschuss für die Ausstattung. Weitere Zuschüsse werden der Bayerischen Landesstiftung, dem Bezirk Schwaben und dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege verdankt.

Arbeitsplätze für die Fundbearbeitung. Foto: Jost-G. Thorau
Das Foyer des Verwaltungstraktes bietet zusammen mit der hell beleuchteten Galerie Raum für kleinere Ausstellungen. Foto: Jost-G. Thorau
Die große Betonshedhalle bietet auf 1130 m² Platz für Fahrregale auf zwei Ebenen sowie den Zuwachs künftiger Jahre. Foto: Jost-G. Thorau
Die Regale auf der oberen Ebene der Shedhallen wurden der Dachform angepasst. Die Fundkisten können mit einem Kleingüteraufzug transportiert werden. Foto: Jost-G. Thorau

SERVICE FÜR BAUHERREN

Für sämtliche Erdarbeiten, bei denen Bodendenkmäler zerstört werden könnten, ist nach Artikel 7 des bayerischen Denkmalschutzgesetzes eine denkmalrechtliche Erlaubnis („Grabungserlaubnis“) erforderlich. Das gilt auch für Maßnahmen, die nicht baugenehmigungspflichtig sind. Das Antragsformular können Sie hier als pdf herunterladen: Antrag Grabungserlaubnis.

Bereits vor dem Kauf eines Grundstückes bzw. in der Vorbereitungsphase Ihrer geplanten Baumaßnahme steht Ihnen die Stadtarchäologie für eine kostenlose Beratung zur Verfügung. Je frühzeitiger Sie Kontakt mit uns aufnehmen, desto effektiver und rascher können der weitere Verfahrensablauf für beide Seiten gestaltet und Verzögerungen für Ihr Bauvorhaben vermieden werden.