© Frank Mardaus

KalenderwocheFrank Mardaus

26.01.–07.04.2024 in Halle 1 – Raum für Kunst im Glaspalast

Das eigentliche Material von Frank Mardaus in seinem Langzeitprojekt „Kalenderwoche“ ist die Zeit, abgebildet durch Fotografie, Text und Ton. Gesammelt hat er alles in den Jahren 2001 bis 2012, akkurat zugeordnet nach Kalenderwochen. Die „KW's" sind durchgängiges Ordnungsprinzip, aber auch eine Art performativer Marker zahlreicher Abbildungen: Ein Blatt Papier mit einer Nummer, die den Menschen und die Dinge wiederbringen aus einer Gegenwart, die schon wieder vergangen ist.

Die 181 in der Ausstellung präsentierten Wandobjekte zeigen auf poetische Weise „gesammelte", sichtbar gemachte Zeit. Mardaus fotografierte Woche für Woche Eindrücke, Momente und die Menschen, die er traf, auf der Straße, zuhause oder unterwegs. Mittig positioniert in jedem Objekt ist je eine zentrale Fotografie, umrahmt von einer großen Anzahl kleiner Bilder, die als Zeugen des Authentischen der Woche auftreten, aber auch deren Verschwimmen in der Zeit belegen.

Formal hat Mardaus seine Bildträger als Retabeln konzipiert, als profane Flügelaltärchen, die in zugeklapptem Zustand die Bilder zugunsten von Texten, Tagebucheinträgen und persönlichen Korrespondenzen in sich bergen. Hinzu kommen Tonfragmente aus den Kalenderwochen - Gespräche, Geräusche, Klänge - die, so unmittelbar sie als einzelne erscheinen mögen, sich überlagernd einen diffusen Klangteppich vergangener Gegenwart offenlegen.

So lässt Frank Mardaus eine fotografische Erzählung entstehen, eine wunderbar leichte, und zugleich tiefblickende Poesie des Alltäglichen. Sie wirkt wie eine Hommage an die Magie des Augenblicks im Fluss der Zeit und an die Menschen, die ihn ausmachen.

Für sein Projekt erhielt der Fotograf 2021 ein Stipendium im Rahmen von „Neustart Kultur" der Bundesrepublik Deutschland.  

Vita des Künstlers 
Frank Mardaus (*1969) ist Fotograf mit dem Schwerpunkt narrativer Fotografie. In Augsburg geboren lebte er in den Jahren 1982 bis 1984 mit seiner Familie in Algerien, bevor diese wieder nach Althegnenberg zurückkehrte. Im Anschluss an sein Studium der VWL, Philosophie und neueren deutschen Literaturwissenschaft an der Universität Augsburg begann Frank Mardaus im Jahr 1996 seine Tätigkeit als freischaffender Künstler. Seit 2005 ist er zudem Lehrbeauftragter an der Universität Augsburg. 2008 folgte seine Promotion zur wissenschaftlichen Betrachtung des fotografischen Schreibens in Uwe Johnsons „Jahrestagen“. 
 

Herzliche Einladung zur Eröffnung an alle Interessierten am Donnerstag, 25. Januar 2024 um 19 Uhr!